Dietlind Henss

Wer bin ich? Ein bisschen Biographisches sei verraten!
Ein Blick zurück nicht im Zorn, eher mit Erstaunen.
An der Leichtigkeit lässt sich noch arbeiten.
Glückstränen gab es viele, Trauer hatte ihren eigenen Unterstrom.
Im Gedächtnis ein Bodensatz, die Hoffnung setzte immer wieder Segel.
Das Meer und seine Inseln haben es mir angetan. Eilande des Glücks formen sich bildlich, sprachlich.
Ein Garten ist ein Garten, liegt mir am Herzen von Kindesbeinen an, wie Großvaters des Gärtnermeisters Hände im Fliederbusch am Apfelbaum.
Geboren in Quedlinburg, im Oktober 1939, als unsere Väter in Polen einfielen, blieben Irritationen durch Krieg und Befreiung zurück.
Marl, seine Zechenlandschaft unter Chemiedunst und die „Insel“  als Kultur- und Bildungsraum wurde zur Teenyheimat.
Nach dem Abi 1959 und während des Marburger Studiums der Philologie, mit Mann Kind Hund machte ich meine Zusage an Nordessen.
Es lebt sich gut hier im Herzen der Bundesrepublik, im Herzen Europas.

In Homberg/Efze bin ich jetzt daheim, am Rande des Knüllgebirges und der Waberner Senke, die so oft von den Höhen mich in den Bann zieht und an die geologischen Vorzeiten erinnert. Vulkanland Nordhessen lässt grüßen.

Daheim

Daheim ist der Garten, unser Haus, unsere Nachbarschaft.

Lebensbaum mit Pigmentbemalung und vielstämmige Catalpa im Blickfeld

Engelsflügel – Anmutung von Helmuts Skulpturen – Schatten über Grün

Lichtblitze am Teich – späte Blühbilder – der Himmel meint es gut – danke

 

Garten

Projekte

Mein Diplom als Landschaftsplanerin liegt fast 12 Jahre zurück. Pläne, begleitete Ausführungen hinterließen Spuren an Orten, die nicht gegensätzlicher sein können. Der Arolser Alte Friedhof und der Garten der Alten Sparkasse in Homberg weisen sie aus, die Handschrift der Umwandlung, der Umdeutung, der Neubespielung

  • Kommende Projekte:

10.08.- 26.08. Kunst-Ausstellung DA-sein – Künstlerische Positionen zu den existentiellen Fragen

Offene Ateliers / Atelier-Rundgang 2018 , Samstag 22. + Sonntag 23. September von 11-18 Uhr

  • Abgeschlossene Projekte:

Projekt 1: Ein streng formalistisch gehaltener Ehrenmal-Platz wurde verlegt und einer Räumlichkeit anheimgegeben mit Sandsteinteppich und Rotbuchen-Einfriedung. Gedenken an gefallene Soldaten findet hier an einer gestalteten und nunmehr eingewachsenen Stätte mit starkem Symbolcharakter statt.

          Arolser Alter Friedhof: angegliederter Bereich Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege
Gestaltungelemkente: Sandsteinplatten-Kies-Oval, Trittplatten in Rasenfläche, Rotbuchenhecke



 

Projekt 2: Die Entwicklungsplanung des Arolser Alten Friedhofs war mir  vom Zeitpunkt seiner Reaktivierung 2004 an eine Herausforderung und Herzensangelegenheit. In enger Zusammenarbeit mit dem Friedhofsamt der Stadt Arolsen und dem Verein Freunde Arolser Alter Friedhof, insbesondere mit Edith Hüttigs unermüdlichem Engagement und Beistand, wurde dieser historische Totenhof mit seinem Bestand an schützenswerten Grabdenkmälern und alten Bäumen zu einer atmosphärisch dichten Bestattungsanlage. Die Planung  und Ausführung der immer noch sich ausweitenden Urnen-Grabstätten haben ehemalige Raum-Strukturen vorsichtig aufgegriffen, die Bestände an Vegetation und Grabmonumenten  sensibel eingebunden oder auch akzentuiert. Wegebelag-Erneuerung, Lückenschließung durch Neuanpflanzung, behutsames Baumfällen, Weiterführung der Urnengrabfelder waren die Schwerpunkte in der Entwicklungsplanung meinerseits. Gestaltungsakzente, Schutzmaßnahmen, sanfte Restaurierung bedeutender Bestattungskultur-Elemente und auch die besondere Form der Patenschaften brachten dem Alten Friedhof, der über lange Zeit aufgelassen und als Park genutzt wurde, Sympathie und Anerkennung ein. Die Krönung all dieser Aktivitäten führte schließlich zum Förderpreis der Deutschen Stifung Denkmalschutz 2009. Einige Planungschritte und Eindrücke über Fotos mögen die Transformation dieses denkmalgeschützten Außenraums beleuchten.

     Licht- und Schattenspiel, Bäume wie Skulpturen und gleichsam eingewachsene Grabmäler, Wegführung und Urnenreihung bebildern den Bestattungsraum heute.

Projekt 3: Der karge Gartenraum einer ehemaligen Sparkasse in einem  sozial auffälligen Stadtviertel verwandelt sich zum Begegnungsraum parallel zur Transformation der Sparkasse zum Kultur- und Begegnungszentrum. Der Fokus „Treffpunkt“, angedockt an einer der Vorskizzen, setzte sich nicht nur im Design durch: Migranten und Flüchtlinge feiern auch im Außenbereich, bespielen den neuen Garten, zu dem die Tür weit offensteht.

  


Der Garten des heutigen Kultur-/Begegnungszentrums    Homberg wird zum Treffpunkt beim Sommerfest 2017.




Der Gartenbereich gliedert sich in verschiedene Ebenen mit Hecken, Kiesbelag mit Trittflächen, Steinen,Sitznischen,
Pflasterdesign-Rondellen und Vegetationsinseln. 

Eingearbeitetes Recycling-Material und ein transparenter Tor- und Eingangsbereich bebildern die Umwandlung des älteren Ortes und den Anbruch einer neuen Zeit.

Kunst

Parallel zum Schreiben fand sich das Malen als lebensbegleitendes Aktivum ein, als Schmelzprozess von sinnlichem und gedanklichem Tun. Ich hatte so viel unter der Oberfläche des äußeren und inneren Auges zu filtern und widerzuspiegeln. Lange, und oft mir zu langsam, führten klassische Malweisen in Öl, mit Tempera-Untermalung, ins Surreal Phantastische. Der Malgrund, ja „häutige“ auf Tierhäuten, transportierte das Verletzungsthema bei Tier und Mensch. Natur an sich, verbliebenene Natur drängten sich auf, in Bildern und Techniken mit Eitempera, Pigmenten, Harzen, Kreiden, auf Leinwänden, Holz, Papier. Digitale Malerei bringt schließlich den Bruch mit dem Vertrauten 2015: die Übersetzung von Bebilderung in Pixeln auf Plexiglas faszinierte in einer Zwischenphase. 2016 breche ich meine Schulter und so auch mit diesem Malmedium. Leinwand und Öl, heilende Blickwinkel führen Arm und Hand in die Szenerien der Landschaft, mit ihren Geistern, Gefährdungen, Wundern: aus Reisen und Träumen gerissenen Erdenflecken bildet sich eine neue Serie der Landschaftsmalerei, nicht-abstrakt, surreal unterfüttert. Eine neue Thematik, die des Klimawandels und der Gletscherschmelze kündigt sich an.

Galerie

Bilder der Malphase Phantastischer Realismus zwischen 1980 und 1995


  


Bildwerke auf Malgründen wie Papier,Tierhaut, Holz (mit Applikationen von Ton und Seide) zwischen Realismus und symbolischer Abstraktion 


 Serie:Tierheilige Harz Eitempera,Ton,Seide auf Pappelholz 29x90 2008

Bilder der Malphase Abstraktionen Landschaft 1995 – 2010

Wiege Erde, Öl auf LW, 140x45, 2010 (Ausschnitt)

Erde Rubin, Öl auf LW, 140x35, 2009
 
Canyon,Öl auf LW 50x140 2009
  
Blühende Landschaft Öl auf LW 50x150 2009
  
Serie: Archipele des Glücks
Eitempera auf Malplatte 24x30 2010
 

Flussgeister Öl auf LW 50x100 2010


Laichwässer ÖL LW 60x80 2011    

















Permaschmelz Öl LW 60x80 2011

Bilder zum Thema „Landschaft und Erinnerung“ 21016/2017


Botenstoffe Pigm Malplatte 80x100 2016

Indian River Pigm LW 65x160 2017

Flussahnen Pigm. LW 70x100 2017
  
Altrheingeister Pigm LW 95x130   2017
 
Schmerzgrenze Pigm. LW 100x100 2017

Gezeitensprung Pigm.Malpl.80x100 21016

Spülrand Pigm. LW 100x100 2017

Tagliamento-Bein Pigm. LW 68x97 2017

Sprungkante Erde Pigm. Malplatte 2017

Fanoe-Bunker Pigm LW 80x100 2017

Gedichte

Schreiben aus Noltwehr, Schreiben aus Anschauung, Schreiben als Gebet, Gesang, Traum und Klarsicht    So war es, ist es noch, fühlt es sich immer wieder an    Die veröffentlichten Gedichtbände liegen weit zurück      Jetzt lagern viele Gedichte aus den letzten Jahren auf Papier, digital, verwaist, neu beäugt, auf Halde, in der Warteschlange

Wenn ich mich traue, werden sie sichtbar       wie diese hier

Artemis Honig
an Leib und Seele
zum Frühlingsfest
Balsam auf der
Winter-Haut
           
                   Zungen recken lecken in Gier
                   Mäuler zerreißen die Scham
                   Feuerräder rasen zu Tal
     
Bienen-Königin
zur Mondin wird
Sternenschar und
Honig am nackten
Himmel verteilt
                 
                   Frauen bereiten das Safran-Bett
                   ihre Häute bebildern die Nacht
                   tropfen Wachs in ihre Scham



Dietlind Henß, Festplatte Leben,Verlag Die Blaue Eule, Essen 2000, 
238 Seiten, 20 €, auch erhältlich bei der Autorin
Lichtes Sehen

Wie das Licht mit der Tür
ins Haus fällt auf den Monitor
sich ergießt in Grisaille zu leben
anhebt dein Gesicht darüber huscht
weit verschobene Nähe sich auftischt
trotz der scharfen Schatten der Dinge
oder gerade deshalb die Hebel ansetzt
den Teppich hochklappt zum Fliegen geneigt
eine verwegene Reihe von Modulen erdet

Leitbahnen in Schwingung sagst du dir
Fotosynthese Hyazinthenschub
was Wintersonne so anrichtet
Hund und Hirn sind 
auf Duftmarkenspur

Wie zwischen den Doppelscheiben
wo der Film eines gefangenen Schleims
reift wo die Kälte das nackte Elend
draußen ausgesperrt sagst du dir
den Vogelzugnerv gereizt
eine Fuge klopft

Gedichtzeilen eine spärliche
Reihung ersinnen

aus "Festplatte Leben"
 

Dietlind Henß, Mein schönes Haar Erde, J.G. Bläschke-Verlag, 
St. Michael, 1984, 140 Seiten, mit einigen Zeichnungen von Delia Henss, nur noch erthältlich bei der Autorin zu 15 €
Delphinus delphis

Im Reich der auf-
   gehenden Sonne
   unerhörtes Geschehen

lange nach Plinius
   der anderes berichtete
   von Delphinen
   ihren Beziehungen
   zu Mensch und Meer

vom Massensterben
   dieser Tiere
   ihrer selbst gewählten
   Art der Verendung

von ihrem Suizid
   an einem Tag
   wie dem heutigen

von den Fischern
   ihrem Einsatz 
   vergeblichen
   am Ende

Das Meer nimmt
   nicht alles zurück

Es entlässt seine Kinder
   so oder so

Delphin und Fischer
   Auge in Auge

Entsetzen und Stummsein
   und noch
   kein Ende
   davon
   abzusehen 

aus: "Mein schönes Haar Erde"

 

Dietlind Henß, Rebellenrot im Reiherzug, J. G. Bläschke Verlag, St. Michael, 1981, nur noch erhältlich bei der Autorin zu 10 €
Gärten
Wunderbares Verweilen war mir gegönnt
unter dem bebend-bunten Gaukeln der Falter,
wo im Windspiel des Hartlaubs unübehörbar
das Heben und Senken der fruchtigen Schwere
dunklere und dichtere Webteppiche wirkt,
wo das gleichmütige Klangbild der Grillen
das Farbgelächter des Sommergartens bindet,
und das Blauen und Raunen der Fernen
zu Klang und Farbe anderer Gärten ruft.

Kontakt


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